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Eva Wohlfarter

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Dissertationsprojekt:

Die deutsche Sprache in Wien - Rollenzuschreibungen, Diskurse, Sprachideologien und Einstellungen

Angaben zur Person

Themenschwerpunkte

  • Mehrsprachigkeit
  • Sprachideologien
  • Spracheinstellungen
  • Sprachenpolitik
  • Sprachbiographien

Kontakt: eva.wohlfarter(at)gmx.at

 

Angaben zum Dissertationsprojekt

Die deutsche Sprache in Wien - Rollenzuschreibungen, Diskurse, Sprachideologien und Einstellungen

Nähere Beschreibung des Dissertationsprojekts

Heterogene und komplexe Sprachlandschaften sind seit jeher ein Charakteristikum vieler europäischer Städte. Damit steht die heutige – durch politische und wirtschaft- liche Entwicklungen in einer globalisierten Welt noch weiter verstärkte – sprachliche Vielfalt zwar in einer historischen Tradition, dennoch lassen sich vielerorts gesellschaftliche Prozesse und Debatten beobachten, in denen der Umgang mit Mehrsprachigkeit verhandelt wird.
In meinem Dissertationsprojekt soll am Beispiel von Wien erörtert werden, welche Strategien eine europäische Großstadt zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf politischer und institutioneller Ebene verfolgt, um der sprachlichen Vielfalt ihrer BewohnerInnen zu begegnen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der diskursiven und faktischen Positionierung des Deutschen, dem des Öfteren eine Rolle als “gemeinsame Sprache der Verständigung” (SPÖ Wien) zugeschrieben wird. Der auf diese Weise dem Deutschen zugestandene Stellenwert innerhalb der Stadt ist dabei deutlich von ideologischen Vorstellungen von Sprache und Sprachlichkeit geprägt. Die gesetzlich verankerte Forderung nach verpflichtenden Deutschkenntnissen für ZuwandererInnen aus Drittstaaten ist da nur ein weiterer Schritt. Dass dabei zumeist von ‘Deutsch’ die Rede ist, die deutsche Sprache aber ihrerseits in zahlreiche Varietäten, Dialekte und Soziolekte gegliedert ist, lässt das Bild noch komplexer erscheinen.
Aus verschiedenen Perspektiven wird im zweiten Teil der Arbeit erörtert, wie SprecherInnen gängige Diskurse rund um die deutsche Sprache aufgreifen und wie sie einflussreiche Sprachideologien übernehmen oder infrage stellen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf sprachbiographischen Gesprächen, in denen Personen unterschiedlichster Erstsprachen, Altersgruppen und Herkünfte von individuellen Erfahrungen mit Deutsch erzählen. Untersucht wird dadurch u.a., welche Auswir- kungen die (sprachen-)politischen Rahmenbedingungen auf das individuelle Spracherleben haben und wie sich diese in Einstellungen und Bewertungen gegenüber der deutschen Sprache widerspiegeln.

Schlagwörter: Mehrsprachigkeit, Sprachideologien, Spracheinstellungen,
Sprachenpolitik, Sprachbiographien

Germanistische Sprachwissenschaft
Univ.-Prof. Dr. A. N. Lenz
Universität Wien
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Letzte Änderung: 08.01.2015 - 12:10