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Mateusz Maselko


Dissertationsprojekt:

Zur Syntax des Riograndenser Hunsrückischen in Südbrasilien. Variation und Wandel

Angaben zur Person

Curriculum Vitae

1990: geboren in Myślenice (Polen)

2009: Allgemeine Hochschulreife (Matura), Tytus-Chałubiński-Obergymnasiale Gesamtschule, Allgemeinbildende Oberschule Nr. 2, Myślenice (Polen)

2009–2012: Bachelorstudium Deutsche Philologie, Universität Wien, Abschluss: Bachelor of Arts (BA), Bachelorarbeiten: „Mental Maps. Theoretische Grundlagen und Ergebnisse der Studie zu Dialekten in Österreich“ im Bereich Sprachwissenschaft, „Erwerb und Gebrauch der Umgangssprache bei UnterstufenschülerInnen mit Migrationshintergrund“ im Bereich Deutsch als Zweitsprache

2010: Praktikum: Tytus-Chałubiński-Obergymnasiale Gesamtschule, Myślenice (Polen), Aufgaben: Unterrichtshospitation, -planung und -durchführung im Bereich Deutsch als Fremdsprache, Vortragsvorbereitung und -durchführung, Schulfestorganisation, Betreuung deutschsprachiger Gäste

2010–dato: Lehramtsstudium UF Polnisch UF Deutsch, Universität Wien, angestrebte Diplomarbeit: „Mental Maps polnischer Regionalsprachen. Eine perzeptionslinguistische Studie“ im Bereich Polnische Sprachwissenschaft

2011–2013: Studentischer Mitarbeiter, Fachtutor für Wissenschaftliches Arbeiten, Universität Wien, Institut für Germanistik

2012: Praktikum: Österreich-Informationszentrum und -Bibliothek, Fès (Marokko), Aufgaben: Bibliotheksbetreuung, ÖSD-Prüfungsvorbereitung und -beaufsichtigung, Kulturveranstaltungsorganisation

2012: Praktikum: Bundesuniversität von Rio Grande do Sul, Deutsche Abteilung, Porto Alegre (Brasilien), Aufgaben: Unterrichtshospitation, und -durchführung im Bereich Deutsch als Fremdsprache, Workshop- und Veranstaltungsorganisation

2012: Praktikum: Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika, Wien, Aufgaben: Mitarbeit im Projekt „Dialektwörterbücher International“, Tagungsorganisation

2012–2014: Masterstudium Deutsche Philologie, Universität Wien, Abschluss: Master of Arts (MA), Masterarbeit: „Das Tempus-Modus-System des Riograndenser Hunsrückischen“ im Bereich Sprachwissenschaft

2012–dato: Masterstudium Austrian Studies – Cultures, Literatures, Languages, Universität Wien, angestrebte Masterarbeit: „Austrian Airlines wirklich Austrian? Eine soziolinguistische Analyse der Austrian Airlines-Homepage“ im Bereich Languages – Sprache in Österreich

2014–dato: Doktoratsstudium der Philosophie – Dissertationsgebiet: Deutsche Philologie, Universität Wien, angestrebte Dissertation: „Zur Syntax des Riograndenser Hunsrückischen in Südbrasilien. Variation und Wandel“ im Bereich Germanistische Sprachwissenschaft

Themenschwerpunkte

  • Sprachinselforschung
  • Varietätenlinguistik
  • Sprachgeschichte
  • Syntax
  • Morphologie
  • feministische Linguistik
  • Lexikographie

Kontakt: mateusz.maselko(at)univie.ac.at

 

Angaben zum Dissertationsprojekt

Zur Syntax des Riograndenser Hunsrückischen in Südbrasilien. Variation und Wandel

Nähere Beschreibung des Dissertationsprojekts

 

Das Ziel des Dissertationsprojekts ist es, am Beispiel des „Riograndenser Hunsrückischen“ in Südbrasilien die Syntax einer genuin deutschen Minderheitensprache in Übersee in ihren Grundzügen zu erheben, systematisch zu erschließen und in ihren areal-horizontalen sowie sozial-vertikalen Variationsdimensionen zu analysieren. Damit liefert das Projekt die erste umfangreiche Monographie zur Syntax des Riograndenser Hunsrückischen wie auch einer transatlantischen Sprachinsel überhaupt. Dem Projekt liegt dabei ein sprachdynamischer Ansatz zugrunde, der die Dynamik (Variation und Wandel) als konstitutives Merkmal von Sprache versteht.

Die Untersuchung wird durch folgende Fragestellungen geleitet:

1) Welche syntaktischen Phänomene kennzeichnen die Varietäten des Riograndenser Hunsrückischen und wie steht es um ihre areal-horizontale Distribution?

2) In welchem Verhältnis steht – aus moderner variationslinguistischer Perspektive – die syntaktische Variation im Riograndenser Hunsrückischen in Südbrasilien mit der syntaktischen Variation in den rezenten westmitteldeutschen Dialekten des europäischen Herkunftsgebiets?

3) In welchem Maße lassen sich Sprachkontaktphänomene mit dem Brasilianischen Portugiesisch ausmachen?

4) Wie steht es um die intraindividuelle Variation syntaktischer Phänomene im Riograndenser Hunsrückischen, wie sie sich im Vergleich verschiedener Erhebungssituationen abzeichnet? In welchem Maße lassen sich diese intraindividuell-intersituativen Variationsbefunde im Riograndenser Hunsrückischen mit der Variation innerhalb von „Dialekt-Standard-Spektren“ vergleichen, wie sie in Europa bekannt ist?

5) Welche Thesen lassen sich im Sinne der apparent time-Hypothese auf Basis der eruierten intra- und interindividuellen Variation, anders gesagt: aus dem Vergleich syntaktischer Daten aus verschiedenen Erhebungssituationen bzw. von unterschiedlichen Alters- und Sozialgruppen, im Hinblick auf die Dynamik der Syntax des Riograndenser Hunsrückischen ableiten?

Das Projekt kann aus mehreren Perspektiven als innovativ betrachtet werden. Es ist mit ihm ein Beitrag zur Variationslinguistik (v. a. zur Erforschung syntaktischer Variation), zur Sprachinsel- bzw. Minderheitensprachforschung, zur Erforschung des Riograndenser Hunsrückischen wie auch zum Sprach- bzw. Varietätenvergleich zu erwarten.

Im Rahmen eines multivariaten Methodensettings wird eine Kombination von vier Erhebungsmethoden (Fragebogen, Interview, Freundesgespräch und Experiment) eingesetzt, die in ihrer Zusammenschau erstmalige und fundierte Einblicke in die syntaktische Variation des Riograndenser Hunsrückischen und seiner SprecherInnen geben.

Die Auswahl der Gewährspersonen ist durch das zentrale Untersuchungsobjekt, die Dynamik der syntaktischen Variation im Riograndenser Hunsrückischen, gesteuert. Bei den InformantInnen (mindestens 180) soll es sich erstens um kompetente und autochthone SprecherInnen des Riograndenser Hunsrückischen handeln, deren interindividueller Vergleich zweitens empirisches Material für Variations- und Wandelanalysen hinsichtlich der syntaktischen Variation liefert. Der Vergleich von kompetenten SprecherInnen des Riograndenser Hunsrückischen, die sich durch interindividuell möglichst stark voneinander abweichende Sprachdaten kennzeichnen, wird durch die Berücksichtigung dreier Sozialgruppen mit divergierenden soziodemographischen Parametern angestrebt. Verglichen werden folglich Sprachdaten einer „älteren konservativeren“ (60+ Jahre alt, niedrigere Ausbildung, manueller Beruf, nicht mobil), einer „jüngeren konservativeren“ (20–35 Jahre alt, niedrigere Ausbildung, manueller Beruf, nicht mobil) und einer „jüngeren progressiveren“ Befragtengeneration (20–35, höhere Ausbildung, kommunikationsorientierter Beruf, mobil).

Die Untersuchung wird auf der Grundlage von ausgewählten, repräsentativen – voraussichtlich zehn – syntaktischen Phänomenen passieren, die den folgenden Bereichen zuzuordnen sind: Verbalsyntax, Serialisierung, Satzverknüpfung, Pronominal- und Pronominalsyntax und Verdopplung.

Schlagwörter: Sprachinseln, Syntax, Variation, Dynamik, Riograndenser Hunsrückisch, Deutsch in Brasilien

Germanistische Sprachwissenschaft
Univ.-Prof. Dr. A. N. Lenz
Universität Wien
Institut für Germanistik
Universitätsring 1
A-1010 Wien
T: +43-1-4277-421 52
F: +43-1-4277-421 50
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Letzte Änderung: 18.05.2016 - 11:45